Versicherungsrecht: Berufsunfähigkeit auch bei Gesundheitsgefahren durch Medikamenteneinnahme

von Frank Sonnefeld

Eine Berufsunfähigkeit eines Versicherungsnehmers liegt in aller Regel vor, wenn dem Versicherungsnehmer aufgrund einer Erkrankung die weitere Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit nicht weiter zumutbar ist. Der Bundesgerichtshof hat nun in einer Entscheidung die Auffassung vertreten, dass eine Unzumutbarkeit nicht lediglich bei drohender Verschlechterung des Gesundheitszustandes bei weiterer Ausübung der beruflichen Tätigkeit gegeben sei. Vielmehr könne die Unzumutbarkeit sich auch daraus ergeben, dass dem Versicherungsnehmer aufgrund der durch eine Erkrankung indizierten Medikamenteneinnahme ernsthafte Gesundheitsschädigungen drohen. Dies sei auch dann so zu beurteilen, wenn die Krankheit für sich genommen der weiteren Ausübung der beruflichen Tätigkeit nicht im Wege stehe.

Hinweisbeschluss des BGH vom 11.07.2012
Az: IV ZR 5/ 11

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