Mietrecht: Maßstab für das Lüftungs- und Heizverhalten des Mieters zur Bekämpfung von Schimmelbildung

von Frank Sonnefeld

Schimmelbildung stellt in einer Vielzahl von Mietverhältnissen einen erheblichen Streitpunkt zwischen Mieter und Vermieter dar. Oft kommt es hierbei zu solch argen Differenzen, dass nur noch der Weg zu einem Gericht verbleibt, um die damit verbundenen juristischen Fragestellungen zu klären. In der überwiegenden Zahl der Fälle ist eine etwaige Verantwortlichkeit des Mieters für die Schimmelbildung durch ungenügendes Lüften und Heizen die zentrale Frage.

Das Landgericht Konstanz stellte in einer Entscheidung nunmehr fest, dass es bei dieser Frage nicht darauf ankomme, ob die Schimmelbildung durch entsprechendes Wohn- und Lüftungsverhalten überhaupt vermieden werden könne. Vielmehr komme es darauf an, ob dem Mieter im Rahmen des vertragsgemäßen Gebrauchs ein derartiges Lüftungsverhalten auch zugemutet werden kann.

Zumeist könne nach Auffassung des Landgerichts wohl von einem Mieter mehr als ein dreimal tägliches Lüften zu je fünf bis sieben Minuten nicht gefordert werden. Insofern dies für die Vermeidung von Schimmelpilzbildung nicht ausreichend ist, müsse man von einer im mietrechtlichen Verständnis mangelhaften Mietsache ausgehen, obwohl der Wohnraum aus bautechnischer Sicht modernen Standards entspricht.

Es bleibt jedoch dabei, dass es für die jeweilige Zumutbarkeitsgrenze auf den Einzelfall ankommt. Insbesondere ist von Bedeutung, wie viel Zeit der Mieter in der Wohnung verbringt und wie das Heizverhalten des Mieters ist.

Urteil des LG Konstanz vom 20.12.2012
Aktenzeichen: 61 S 21/12

Für mietrechliche Fragen steht Ihnen in unserer Kanzlei Herr Rechtsanwalt Sonnefeld gerne zur Verfügung.

 

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